Konfirmandenunterricht für Drittklässler

Konfirmandenunterricht für DrittklässlerSeit Oktober 2005 haben wir das Angebot des Konfirmandenunterrichts für Drittklässler (KU3) eingeführt. Die konkrete Situation hat uns im Kirchengemeinderat zu diesem Schritt bewogen.

"Warum Konfirmandenunterricht für die Kleinen anfangen?" war die häufigste Frage. Es gibt verschiedene Gründe, sich mit einem Konfirmandenunterricht im Grundschulalter auseinander zu setzen.


Für einen Anfang in der Grundschulzeit sprechen folgende Überlegungen:

  • Die Kinder der Gemeinde sind in der Regel alle in einer Schule zusammen und fühlen sich als Gruppe verbunden.
  • Der Lernort Gemeinde kommt für die Kinder und ihre Eltern frühzeitig in den Blick. Eine Verknüpfung mit Kindergottesdienst, Jugendarbeit und Religionsunterricht bietet sich an.
  • Kinder im Grundschulalter sind offen für Neues und aufmerksame Zuhörer bei Erzählungen, sie stellen ihre Fragen, sind kreativ und phantasievoll.Konfirmandenunterricht für Drittklässler
  • Bestehende oder neu zu initiierende Angebote für die Kinder bilden eine Brücke zwischen den beiden Phasen des Konfirmandenunterrichts im 3. und im 8. Schuljahr.

Wir unterrichten – bis jetzt noch – in zwei Blöcken mit je 8 Wochen in den Monaten Oktober / Norvember und März / April. Zwischen den Blöcken und danach laden wir die Kinder zur Jungschar ein, die nur für diesen Jahrgang angeboten wird. Auf diese Weise entsteht jedes Jahr eine neue Jungschargruppe.

Konfirmandenunterricht für DrittklässlerWarum zweigeteilte Konfirmandenarbeit?

Die Konfirmandenzeit ist für viele Jugendliche eine erste intensive Begegnung mit „der Kirche“ und der christlichen Gemeinde. Wenn wir Jugendliche christlich prägen wollen, wäre ein früherer Ernstkontakt wichtig. Besonders für Gemeinden, die keine oder kaum Angebote für Kinder haben, können über KU3 Jungschararbeit, Kindergottesdienst und Projekte wie Kinderbibelwochen aufgebaut oder belebt werden.

Begegnung in zwei Lebensphasen

KU3-GottesdienstDoch auch unabhängig von der Frage der Erstbegegnung bringt die Aufteilung der Konfirmationsvorbereitung auf zwei Lebensphasen (Kindheit und Jugendalter) Vorteile. Jugendliche orientieren sich stark an Gleichaltrigen. In der Begegnung mit ihren Freundinnen und Freunden erproben sie, wie sie wirken und lernen sich dadurch besser verstehen. Was der Clique wichtig ist, ist entscheidend. Was von Erwachsenen kommt, betrachten Jugendliche dagegen häufig mit einer kritischen Skepsis. Dies gilt auch im Blick auf die Weiterentwicklung ihrer Glaubensvorstellungen. Sie orientieren sich in erster Linie daran, was anderen Jugendlichen überzeugend oder plausibel erscheint, weniger daran, was dem Pfarrer oder der Pfarrerin wichtig ist.
Anders die Kinder: Sie orientieren sich nicht vorwiegend an Gleichaltrigen. Für sie sind Erzählungen und Geschichten, die andere ihnen nahe bringen, von großer Bedeutung. Wenn in Erzählungen religiöse Themen zur Sprache kommen, sind Kinder ausgesprochen offen. Auch Kinder sind kritisch und fragen viel. So werden auch diese Geschichten sehr wohl befragt, aber weniger hinterfragt. Dies geschieht dann im Jugendalter, denn Jugendliche wollen nicht nur wissen, sondern sie wollen ihr Wissen auch selbst verantworten können.
Konfirmandenunterricht in zwei unterschiedlichen Lebensphasen nimmt das Kind und den Jugendlichen in ihrer aktuellen Entwicklung ernst und nutzt die jeweiligen Chancen. So werden junge Menschen in zwei wichtigen Phasen ihrer Lebensentwicklung begleitet.

Warum Konfirmandenarbeit in der 3. Klasse?

Jubelnde Kinder im GottesdienstWenn am Gedanken festgehalten wird, den Konfirmandenunterricht auf zwei Lebensabschnitte zu verteilen, muss die erste Phase der Konfirmandenarbeit in der Grundschulzeit stattfinden. Da die 4. Klasse stark von der Frage des Schulwechsels (Grundschul-Abitur) bestimmt ist, bietet sich die 3. Klasse an.
Entwicklungspsychologisch ist dies eine äußerst stabile Phase. Das Eltern-Kind-Verhältnis ist i.d.R. ausgesprochen gut. Die Kinder freuen sich, etwas mit ihren Eltern gemeinsam zu unternehmen. Deshalb können in dieser Zeit auch die Eltern leichter gewonnen werden, sich an gemeinsamen Aktionen zu beteiligen und / oder selber als Gruppenbegleiterinnen oder -begleiter mitzuarbeiten. Dadurch werden Eltern in ihrer religiösen Erziehungsaufgabe unterstützt und erhalten die Möglichkeit, sich intensiver mit Fragen des Glaubens zu beschäftigen. Dies kann durchaus positive Auswirkungen auf den Gemeindeaufbau haben.
Doch im Mittelpunkt der Überlegungen stehen die Kinder: Sie sind neugierig, stellen Fragen und leben in und mit Geschichten und Symbolen. Im 3. Schuljahr sind sie schon so „groß“, dass sie den Weg zur Kleingruppe i.d.R. selbst zurücklegen können. Obgleich KU3 alles andere als ein kognitiver Unterricht ist, ist es auch hilfreich, dass den Kindern Lesen und Schreiben leichter fällt.

Am 7. Mai 2006 hatten wir den Abschluss-Gottesdienst unseres ersten Jahrgangs. Die Badische Zeitung hat darüber berichtet.

Die aktuellen Zeiten finden Sie bei den regelmäßigen Zusammenkünften.